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Baden-Baden (red.) Wer sich unter Libyen nur eine
große graue, sandige und öde Landschaft vorstellen konnte,
wurde gleich am Anfang des Vortrages von Werner Henn im Gartenhaus der
Stadtbibliothek eines Besseren belehrt. Phönizier, Römer, Griechen
und Ägypter haben genauso wie diverse Berberstämme und Araber
beeindruckende Zeugnisse ihrer weit entwickelten Kulturen hinterlassen.
In sehr anschaulicher Weise nahm Henn die Teilnehmer auf eine virtuelle
Zeitreise durch das Riesenland im Norden Afrikas. Beeindruckend die Bilder
aus dem antiken Tripolitanien mit den gewaltigen Theater in Sabbrata,
den wunderschönen Mosaiken und herrschaftlichen Villen, der heutigen
Hauptstadt Tripolis die auf den Grundmauern des antiken Oea aufgebaut
wurde, sowie der „besterhaltenen römischen Metropole weltweit“,
Leptis Magna, der Geburtstadt Kaiser Septimius Severus. Im Osten, an
der Großen Syrte, führt Henn die Reste griechischer Baukunst
vor und unterstreicht damit den Einfluss Kretas auf die ehemalige Provinz
Kyrenaika.
In kurzweiliger und unterhaltsamer Weise spannt der Vortragende den Bogen
von der Antike über die jetzige Situation der „Großen
Arabischen Volksrepublik Libyen“ zu den Berber- und Tuaregstämmen
der Wüste, die einzigartige Oasen in der Sahara seit Jahrtausende
besiedeln und es gekonnt erreicht haben, die unwirtliche Sahar zu einer
lebenswerten Heimat zu gestalten. Mit beeindruckenden, stimmungsvollen
Bildern aus der Wüste und wunderschönen, gigantischen Sanddünen
entlässt Henn seine Zuhörer in einen lauen Sommerabend. Für
all die keinen Einlass mehr bei der ausverkauften Veranstaltung erhalten
konnten, ein
Trost: am 12 Oktober wird der Bildvortrag in der Kurresidenz Bellevue
wiederholt. Anmeldung bei der VHS Baden-Baden erwünscht! Eintritt
5 Eu.
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